Die Frauenrechte I

Aktualisiert: Feb 16

BLOG EINS – Teil 1: Die Frauenrechte bei Sinje H.


Die ExpoTranskultur kenne ich als einen sehr weiblichen, engagierten Verein. Inspirierend und vielseitig die Projekte, sprachlich, kulturell und beruflich divers die Mitglieder, der gemeinsame Nenner aller ist die Schweiz als Zuhause. Auch ich lebe mehrheitlich hier und bin inzwischen schon fast so alt wie das Jubiläum, dass dieses Land nun feiert: 50 Jahre Frauenstimmrecht. Feiern ist zurzeit sowieso schwierig und so richtig festlich sind die 50 Jahre auch nicht. Viel Geduld brauchten die Schweizer Frauen, bis die Schweizer Männer ihnen das Menschenrecht Stimmrecht gewährten. Im europäischen Kontext war die Schweiz eines der Schlusslichter, ganze 65 Jahre hinken wir hinter den Finnen her.





Die Schweizer Geschichte der Frauenrechte mutet an wie aus einem Märchenbuch mit patriarchalen Weltbildern, dazu rechtliche Besonderheiten und zwei Frauenstreiks, das hat der Schweiz nicht die rühmlichste, internationale Aufmerksamkeit verschafft. Seit 1848 ist in der Verfassung das allgemeine Stimm- und Wahlrecht aller Schweizer Staatsbürger, die Gleichheit und die politische Beteiligung verankert, warum blieb die Hälfte der Bevölkerung über 120 Jahre davon ausgeschlossen? Frauen verloren bei Heirat ihre Staatsbürgerschaft, konnte ohne die Zustimmung ihrer Männer nicht arbeiten und hatten keine politischen Rechte. Dabei hat die Schweiz eine Nationalheldin mit Schild und Speer die auf dem harten Schweizer Franken täglich durch unsere Hände geht. «Helvetia ruft» heisst eine Kampagne, in der Schweizer Legislative und Exekutive eine ausgewogenere Geschlechterverteilung erreichen will. Seit 2019 ist Bundesbern so weiblich wie noch nie – aber noch nicht ‘ausgeglichen’. Auch in der Kunstwelt sind die Frauen untervertreten, zum Beispiel waren 2008 bis 2018 nur 15 Prozent aller Einzelausstellungen in den grossen Schweizer Museen Künstlerinnen gewidmet. (In Spanien gibt es jetzt ein Gesetz, das besagt, dass staatliche Kulturausgaben gleichmässig auf die Geschlechter verteilt werden müssen.)


Die Geschichte kennen, Geschichten erzählen heisst mitreden, gehört werden, heisst Empowerment und Selbstbestimmung, die weibliche Sicht ist bis heute auf dieser Welt untervertreten. (z.B. stammen die Texte auf Wikipedia zu 90% von Männern).


Darum erzählt dieser Blog von den helvetischen Frauenrechten. Zum Jubiläum ein paar Fakten, Perspektiven und Tipps. Der Frauenstreik 2019 hat mir gezeigt, dass wir nie aufhören dürfen, darüber ins Gespräch zu kommen mit Jungen und Alten, mit allen Geschlechtern und Nationalitäten, mit Links und Rechts: reden über eigene Erfahrungen, über die Fakten und über eine mögliche gerechtere Zukunft. Ich fange damit an und hoffe, ihr erzählt bald an dieser Stelle von Euren Erfahrungen, erwähnt Eure Anekdoten und berichtet von Eurer Perspektive. Ich habe als erstes eine Frau befragt, die ich schlau finde und gut kenne:


Fortsetzung folgt. . .

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